Die Geschichte einer afghanischen Familie in Deutschland, mit eigenen Worten erzählt

Familie Alizada

Herr Habib Alizada, 28 Jahre alt, stammt aus dem Dorf Ghazni in Afghanistan. Zusammen mit seiner Familie waren sie die ersten afghanischen Flüchtlinge, die im August 2015 in Altenbeken angekommen sind.

Er erzählt: „Im September des Vorjahres sind wir unter großen Schwierigkeiten und Gefahren für Leib und Leben vor den Taliban in unserem Dorf geflohen, um Sicherheit und Schutz für die Familie zu finden.

Zunächst im Iran. Von großen finanziellen und gesundheitlichen Schwierigkeiten geplagt verbrachten wir dann den Sommer gemeinsam mit meiner schwangeren Frau und dem damals zweieinhalbjährigen Sohn in Ostanatolien nahe der iranisch-türkischen Grenze in der Stadt Van. Am 10.8 2015 wurde dort mein zweiter Sohn geboren.

Dann sind wir weitergereist nach Istanbul. Die wenigen Reisemöglichkeiten durch Wälder nutzend schlagen wir uns bis zur türkischen Küste durch und setzen bei hohem Wellengang und Angst um unser Leben auf die griechische Insel Lesbos und die Hafenstadt Mytilini über.“

Er fügt hinzu: „Trotz dieser ganzen Schwierigkeiten und Ängste auf dem Meer marschierten wir zu Fuß 6–7 Stunden bis zu einem Flüchtlingslager und von dort sind wir über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich dann in Deutschland angekommen.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei allen deutschen Bürgern und wünsche mir, dass ich so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlerne und etwas für die Gesellschaft tun kann, die mir so viel gegeben hat.“

 

Interview: Najla Zamani
Übersetzung vom Persischen in das Deutsche: Zarie Hashemi